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aber ihnen sah man es nach oder hatte es bei ihnen bereits vergessen. Wenn man jedoch Jüdin ist, keinen berulimten Chirurgen oder Dichter zum Yater hat, dann könnte man wohl die beste Schülerin sein und deklamieren wie die grösste Tragödin der Welt und würde doch nicht für die Schulfeier zum Aufsagen erwahlt. Trotzdem glaubte sie, sie unterscheide sich in keiner Weise von ihren Mitschülerinnen. Aber wie um diese Rechtfertigung vor sich selbst zu entkraften, fiel ihr jene blamable Szene in der Schule ein, wie sie vor em paar Tagen in der deutschen Stunde statt „Spaziergang" „der Spazier" gesagt hatte. Die ganze Klasse hatte gelacht. Das geschah wohl oft; aber diesmal war es kein einfaches Gelachter gewesen. O nein! Es kam einem Anprangern gleich, und es war, als habe nicht nur eine Schulklasse, sondern die ganze Welt mit Fingern auf sie gezeigt.

Mit weit aufgerissenen Augen und hochgezogenen Schultern, als wolle sie sich verkriechen wie eine Schnecke in ihr Haus, erlebt Johanna jetzt, am Fenster, noch emmal diese Schmach. „Spazier" statt Spaziergang — mit einem Ruck hatte dieser Jargonausdruck sie wieder dorthin zurückgeschleudert, woher sie kam.

Am lautesten hatte sich Marianne Koppel über die 1-ntgleisung amüsiert, Marianne, die doch für Johanna, wenigstens nominell, die obligate beste Freundin vorstellte. Marianne hatte an sich die selben sprachlichen Schwierigkeiten überwinden mussen wie Johanna, ein wenig erschwert durch den Umstand, dass ihr Vater aus Czernowitz stammte, wo der krasseste Jargon beheimatet ist. Dafür war aber die Stiefmutter, die der Yater ihr erst kürzlich gegeben hatte, Christin.

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