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CS war geistiges Training von enormer Spannkraft. Und es bestand für den Juden innerhalb seiner Gemeinscliaft schon ein strenger Schulzwang, als der benachbarte Christ Lesen und Schreiben noch für Teufelswerk und Hexerei hielt.

Herr Koppel wusste so genau nicht, worauf er stolz war. Ihm fehlten für seinen Stolz eigentlich alle Yoraussetzungen und Unterlagen. Streng genommen, war er nicht einmal Nutzniesser dieses geistigen Trainings vieler Jahrtausende. Aber auch Enkel grosser Eroberer, die nichts geleistet haben, leisten sich immerhin den Stolz auf ihre Yergangenheit. Und von diesem Gesichtspunkte aus war es eben ein Akt von Herablassung, dass sich Herr Koppel zu seinen künftigen Schwiegereltern am Margaretengürtel begab.

Es gab Kaffee und Gugelhupf, und Herr Koppel ekelte sich ein wenig, von dem Kuchen zu essen, wie seine neuen Verwandten sich ein paar Tage spater ekeln würden, bei ihm etwas zu geniessen. Er vermutete überall Schweineschmalz, was ihm grasslich war, und in den Kutscheras wiederum klang ganz zutiefst etwas von der Mar, dass die Juden irgendwann irgendwas mit Christenblut backen.

Aber das alles würde sich geben. Schon der erste Besuch zeigte, dass man einander doch nichts vorzuwerfen hatte, dass keiner dem andern Böses wollte, und alles liess sich recht gut an. Es gab eigentlich nur eine kleine Entgleisung des Vaters Kutschera. Im Bestreben, den Gast zu unterhalten, liess er den Hund des Hauses ein Kunststück vormachen. Herr Kutschera legte dem ziemlich hoch- und gradbeinigen Dackel ein Stück Kuchen hin mit der Weisung: „Nimm nicht, es ist vom Juden!" Aber das steilte lediglich einen

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