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vereinigten sich Priester und Generale, um die überhastete Gleichmachung zurückzudrehen. In Deutschland reiste der geisteskranke „Dreschgraf" durch die Lande und empfahl, dem krummen Isaak die Gedarme herauszureissen und die dicke Sarah an den Baum zu hangen. Der liberale Kaiser schmunzelte dazu, mit einem Auge tadelnd. Im Oriënt grub man Steintafeln aus der Erde, und schon mussten sie beweisen, dass die Juden den Dekalog gestohlen hatten. Und diesmal tadelte nicht einmal mehr eines der Augen des Kaisers, sondern er begrüsste, dass der Nimbus des auserwahlten Yolkes schwinde.

So sah die neue Welt der Juden aus. Ein Teil von ihnen zog sich erschreckt ins Ghetto zurück. Ein anderer versuchte sich in der Kunst der Mimikry.

Alles Leid kam aus der Schule. Seit damals statt Johannas Name der von Friederike Skriebitsch gefallen war, seit man Johanna um „ihren" Monolog betrogen hatte, seither war ihr die Schule völlig verleidet. Sie genoss es nicht einmal, dass viele Unterrichtsstunden wegen der Proben zur Feier geopfert wurden. Die einzige Mitwirkung, die von ihr verlangt wurde, war die in der dritten Stimme des Chors. Hier aber streikte sie ganz offensichtlich und presste herausfordernd die Lippen fest aufeinander. Den Lehrern entging ihr erbitterter Protest nicht. Sie kannten dessen Ursache und hielten es für das Beste, zu tun, als ob sie nichts bemerkten.

Es waren böse Wochen für das Kind, und es litt unbeschreiblich.

So kam der lag der Generalprobe heran. Friederike Skriebitsch trug bereits das Kleid, das sie bei der Feier

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