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auch einer, wahrscheinlich sogar keiu Seitenweg, und wie man zu sagen pflegt, man könne jemanden nicht riechen, sind Abneigungen viel öfter damit zu begründen, dass man jemanden nicht hören kann.

Nichts war so komisch wie die Versuche der Klasse, es Friederike gleichzutun und im Berliner Dialekt zu reden. Dann sprachen die Madels nicht, sondern gurgelten ihre Worte vielmehr ganz hinten aus der Kehle vor. Es geht ihnen nicht allein so: es gibt kaum österreicher — Schauspieler vielleicht ausgenommen — die das Berliner Idiom auf andere Weise wiedergeben. Die Laute, die sie dafür halten, sind schauerlich, aber übereinstimmend schauerlich. Dabei sind österreicher enorm sprachbegabt für Französisch — sehr im Gegensatz zu den Deutschen — die Nasallaute, an denen man sofort den Deutschen erkennt, machen dem österreicher nicht die mindesten Schwierigkeiten. Auch ltalienisch liegt ihm und Englisch — nur nicht Reichsdeutsch — das können sie beim besten Willen nicht. Aus der Art, wie sie übereinstimmend gurgeln und wurgen, geht hervor, dass sie es so hören. Im österreichischen Ohr muss sich gegen diese Sprache eine Zwischenschaltung befinden.

Wenn Friederike „Po'esieh" sagte oder — Leopoldstadter Dialekt mit umgekehrten Vorzeichen — ihr nach U hin abgedecktes I oder ihr an ö erinnerndes E sprach, so gab das kaum weniger Anlass zu Heiterkeitsausbrüchen als Johannas „Spazier".

Friederike war keine glanzende Schülerin, man konnte ihr keine Streberei nachsagen, sie war auch auf eine forsche und kurz angebundene Art gefallig und gutartig. Man konnte ihr beim besten Willen nichts Konkretes vorwerfen; aber man mochte sie nicht. Und die

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