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Schulfeiern des Bergmanngymnasiums anwesend. Sein gescheiteltes dünnes Haar, das sehr tief in die Stirn fallt, hat jene dunkelblonde Tönung, die grau schimmert, ohne grau zn sein. Nur an den Schlafen sind schon weisse Stellen. Die graublauen Augen haben eine sachliche Traurigkeit. Der übermassig breite, voltairische Mund lachelt ganz wenig, wenn er zu seinem Töchterchen hinüberschaut, das in der ersten Stimme des Schulchors mitsingt. Die pergamentene Blasse seiner Haut erklaren wir uns jetzt naehtraglich als den bösen Schimmer nachtlicher Körperschmerzen. Denn schon im nachsten Jahr wird die Erde Leonhard Pfeil deeken. Er sitzt vollkommen regungslos da, still, bescheiden, und gehort doch, ganz grosser Abglanz von Wien, der ganzen Welt. Der da auf seinem Ehrenplatz freundlich interessiert den unter dem Mittelmass stehenden Darbietungen zuhört, der ist schon ein Stück Geschichte.

Friederike Skriebitsch sagt zuletzt auf. Friederike Skriebitsch ist fürchterlich. Sie sagt „vazagen ' statt „verzagen" und ihr breites A, ihr nach tl abgedecktes I und nach ö klingendes E, ihre schneidig geschluckten Endsilben machen die Zuhörer sichtlich unruhig und nervös und reizen die unter ihnen zum Lachen, die nicht gewohnt sind, sich zu beherrschen.

Nur ein einziger Mensch im ganzen Saai bemerkt von all dem gar nichts; denn dieser eine Mensch hat in seinem Ohr nur die eigene Stimme, formt jeden Yers nach eigenem Gefühl und jedes Wort nach eigenem Rhythmus.

Es ist Johanna Deutsch. Wieder reckt sie sich kampfesmutig auf, ballt die Fauste, erlebt jede Silbe.

Alles geht einmal zu Ende, auch eine Schulfeier und

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