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folglich auch Friederike Skriebitschs Vortrag. Als, höflich und schwach, Beifall einsetzt, atmet Johanna ihn durstig ein. Sie hat den Kopf zurückgelegt, die Augen geschlossen, ihre Nasenflügel weiten sich. Der schon versickernde Applaus wird in ihrem Ohr zum Orkan.

Noch einmal dankt man mit Handeklatschen denjenigen, die mit soviel Mühe, Anstrengung und Fleiss die fehlende Begabung zu ersetzen bemüht waren. Die Besucher driingen sich urn die Mitwirkenden und beglückwünschen sie. Auch Leonhard Pfeil ist aufgestanden und sagt Friederike, den ihm bekannten Eltern zulieb, ein paar nette, durchaus konventionelle Worte.

Kaum hat Johanna bemerkt, dass Leonhard Pfeil sich I riederike nahert, als sie die Fluten der Menschen zertedt wie eine Schwimmerin. Nun steht sie dicht hinter Friederike, kann Pfeil ganz aus der Nahe sehn und jedes Wort horen. Es ist nicht die heil schmetternde Stimme von der Bühne, nicht der minutenlang schwingende Diskantton, sondern er redet ganz leise, wienerisch gefarbt, und recht monoton.

Johanna frisst ihn mit den Augen und verschlingt jedes seiner Worte. Denn zu Unrecht wendet er sich ja an Friederike. Ihr, ihr, Johanna Deutsch, gebührt jedes seiner Worte. Es ist ein Unrecht oder ein Irrtum! Sie kann es nicht mehr auseinanderhalten. Als Leonhard Pfeil Friederike die Hand reicht, streckt Johanna auch die ihre aus. Aber niemand greift danach, niemand sieht sie. Johanna aber empfangt den Handedruck, der ihr gebührt, sie spürt ihn körperlich. In einem Zustand süsser Betaubung kommt sie nach Hause, zurück in die Wirklichkeit.

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