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Johanna geht zur Haltestelle wie immer.

„Als Eva aber von der Frucht gegessen hatte...."' Sie

wehrt sich nicht mehr. Der Rhythmus fangt an, sie zu

tragen, ist Stolz, ist Triumph. Das Leben hat für sie

jetzt keine Geheimnisse mehr, sie kennt es.

Was tut es, dass in Wirklichkeit nichts geschehen ist?

Sie hat es erlebt. Mit ihm erlebt. Geblieben ist, was

von einer ersten Berührung bleibt. Johanna ist dem

Geliebten völlig verfallen.

Wahrend sie mit jedem Gedanken und mit jedem Nerv bei dem Angebeteten ist, überwach, überempfindlich, wie man in unausgeschlafenem Zustand zu sein pflegt, kommt, den Hut in der Hand, ein Mann auf die Haltestelle zu. Zerstreut haftet ihr Bliek auf ihm, nur ihr Bliek — ihre Gedanken sind nicht von dieser Welt. Der Mann kommt naher. Immer noch haben ihre nach innen gewandten Augen seine Gestalt ohne Wahrnehmung erfasst und umwandert. Jetzt steht der Mann vor ihr, jetzt erst sieht sie: es ist „Er". Zum erstenmal klafft ihr bewusst der Unterschied zwischen dem Bild ihrer Phantasie und der etwas kümmerlichen Realitat eines Menschen. Einen Augenblick lang und vielleicht noch den andern Augenblick, da er, an ihr vorüber und natürlich ohne Bliek für sie, die vordere Plattform besteigt und durch den Wagen geht. Sie sieht von hinten seine steife Gestalt in den schlechtsitzenden, ziemlich abgetragenen Kleidern, schiefe Stiefelabsatze unter zu kurzen Hosenbeinen. Die ganze Erscheinung ist so weit entfernt von allem, was für Traume geschaffen ist. Auf Johannas Zunge liegt der bittre Nachgeschmack des Weins von gestern, ihr Körper ist unausgeruht, verkatert, eben tritt eine Wolke vor die Sonne des Morgens, ein Ruck von Nüchternheit streift, aber

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