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Daten und wieder Daten, und dazwischen vernimmt man von vielen unpersönlichen Tugenden wie Bescheidenheid Fleiss, Edelmut, Pflichttreue. Darunter kann man sich gar nichts vorstellen. Das passt doch höchstens auf Yerstorbene. Auf den alten Herrn da vor ihr passt es gar nicht. — Jetzt ist er vorbei gefahren, und Johanna kann noch seinen Rücken sehen. Es ist der Rücken eines kummervollen Mannes, dessen Sohn den Freitod eincm der machtigsten Throne Europas vorgezogen, dem man die Frau hinweggemordet hat. Und es sind die gebeugten Schultern eines, an dem auch sonst vielzuviel menschliches Schicksal vorübergezogen ist. Er hat noch des ersten Napoleon Frau gekannt, die davongelaufene Kaiserin Marie Louise, und den unglücklichen Roi de Rome. Dies alles hat sein abwesend freundlicher Metier-Bliek noch geschaut, und dies alles hat wohl seinen Rücken so hinaufgezogen. Der kaiserliche Wagen ist im Burgtor verschwunden. Man hört noch ein paar Kommandos aus dem Hof, und dann liegt die Burg wieder still da. Johanna wandert weiter, den Ring aufwarts. Am Maria-Theresiendenkmal halt sie nur einen Moment still. Sie mag die grosse Kaiserin nicht mehr, seit Josef Stadler ihr einmal gesagt hatte: „Einen Juden hat Maria-Theresia wohl in ihrem Leben nicht zu sehn bekommen. Wenn sie einen in Audienz empfangen musste, sass sie hinter einem Wandschirm —"

Der alte Herr dagegen, der eben ins Burgtor eingebogen war, wünschte: ..Man soll mir meine Juden in Ruh lassen."

Johanna machte einen grossen Schneeball und legte ihn rasch zu Füssen des Denkmals nieder: „Siehst du — das ist alles, was du von mir bekommst — da hast

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