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und sie schenkt mir Knigges ,Umgang mit MenschenV' „Frülier einmal", sagte Johanna nachdenklich, „dachte ich immer, sie wissen etwas, was wir nicht wissen. Und ich hatte oft Angst, sie könnten sterben und vergessen, nns das mitzuteilen."

Ein bisschen glaubte Johanna das auch heute noch. ,,'Umgang mit Menschen'!" Marianne legte geradezu grössenwahnsinnige Yerachtung in ihre Worte. Johanna übertraf sie noch: „Willst du vielleicht von Fraulein Kutschera verlangen, sie solle Homer im Urtext lesen? Aber ich möchte und möchte doch wissen, wovon sie reden, wenn sie uns hinausschicken!" Bei allem Spott und aller Geringschatzung unterlagen sie wie die meisten Kinder doch der Yorstellung, Erwachsensein sei mit der Gloriole und dem Mysterium einer Geheimlehre umgeben. Manche werden ihr ganzes Leben diese überspannte Erwartung nicht los, endlich in diese Mysterien eingeweiht zu werden. Nie entdecken sie, dass so viel nicht dahinter ist, sondern sie fühlen sich nicht erwachsen, unreif, weil doch das Eigentliche, das Wirkliche, das, wofür man auf die Welt gekommen ist, noch nicht da ist, noch kommen muss — das eben, was zur Sprache kam, wenn man von den Eltern hinausgeschickt wurde.

Kinder, in der Erwartung, im Glauben an das „Eigentliche"' sind in sich vollkommen. In der Spannung auf das „Eigentliche" liegt alles. Im Wissen darum nichts. Erwachsen ist vielmehr: Yerkümmern. Was erwachst, ist lediglich der Geschlechtssinn.

Auch ihn gibt es beim Kind, aber in höchster Vollendung, zwischen toller Uberschwenglichkeit und noch tollerem Kitsch, er nimmt den Sauerstoff für seine Flamme aus einem Wort, aus einem Bliek, aus sich

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