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Niarianne glaubte es — glaubte es nicht und war so klug wie zuvor. Aber dieses Gesprach hörte Frau Koppel. Und sie beschloss zu handeln.

Die beiden Geldscheine hatte Johanna einstweilen unter dem festgenagelten Linoleum ihres Zimmers versteekt, sie wartete auf eine Gelegenheit, das Geld unbemerkt wieder in die Kassette legen zu können.

F rau Koppel hatte beschlossen zu handeln und zwar auf das Nachdrückliehste. Hatte sie sich dies alles nur einen Tag lang überlegt, so ware sie auf das Zunachstliegende gekommen, Johannas Mutter aufzusuchen. Frau Deutsch würde festgestellt haben, dass diese zweitausend Kronen ihrer Kassette entnommen waren, würde sich sicher aller möglichen Flunkereien ihrer Tochter erinnert und die ganze Affare mit ein paar Ohrfeigen und einigen Wochen des Wehklagens über dieses verlogene Kind liquidiert haben.

Auf diese Lösung kam Frau Koppel aber nicht. Sie besass unter ihren diirftigen Erinnerungen ein Poesiealbum aus ihrer Schulzeit. Darin stand als Motto, von der Hand einer Lehrerin eingetragen: „'Morgen, morgen, nur nicht heute', sagen alle faulen Leute." Die meisten Menschen vergessen alles aus ihrer Kindheit. Sonderbarerweise aber erhalt sich gerade der approbierteste Unsinn, der ihnen von Erziehern verzapft wird, in ihrem Gedachtnis frisch wie auf Eis. Auf \ iertelgebildete übt er, in Form von Verslein, sogar eine besondere Anziehungskraft aus. Sie glauben sich damit irgendwie teilhaftig am Gedankengut der „Gebildeten".

Dieses „Morgen, morgen, nur nicht heute" spielte in Frau Koppels Leben die denkbar grösste Rolle. Das

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