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Hausgehilfin, und das Lehrmadchen Selma. Selma Bahm sich ilirer halb aus Neugier, halb aus wirklichem Mitleid besonders an; aber Johanna mochte das dicke, ewig vergnügte Madchen nicht, und die gutmütigtaktlose Teilnahme reizte sie masslos.

Selma, die nie eine Zeitung las, hatte ja auch nur eine ziemlieli vage Yorstellung von den Geschehnissen. Ilirer Meinung nach konnte es sich lediglich um Liebeskummer handeln. Es hatte halt einer die Johanna verf ührt und dann stehn lassen. Dass es im Leben noch andere Komplikationen für ein Madchen geben konnte, dafür fehlten ihr die Begriffe. Das gutartige Ding schickte sich an, Johanna zu trosten:

„Lass ihn laufen! Wird nicht sein der, wird sein ein anderer!"

Johanna knallte wortlos die Tür zu.

Sie hatte wirklich eine schlechte Zeit, wusste kaum noch, wohin mit sich. Wenn sie über die Strasse bis zum Kommissariat ging — andere Wege waren ihr kaum gestattet — war ihr Gang unentschlossen, verworren wie sie selbst. Die Gliedmassen schienen vage in den Gelenken zu hangen, und wenn sie einen Schritt tat, setzte sie ihren Fuss so zögernd auf, als wolle sie ihn wieder zurückziehn.

Eine ganz trostlos schlechte Zeit hatte sie. Wenn auch ein Geliebter nicht existiert hatte — und darüber wurde sie sich mit jedem dieser ungelebten Tage klarer — so waren doch einige Monate, die ihr eine Ewigkeit schienen, erfüllt gewesen von einer wahrhaft grossen Liebe. Und genau so glücklich, reich und aufregend diese Monate waren, so leer und armselig war, was nun folgte. Es ging ihr nicht anders als Erwachsenen, die ganz plötzlich einen geliebten Menschen, sei es an den

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