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Und Nichtwissen ist hier eine Gnade, ausgebreitet über die Illusion von der Stimme des Bluts.

Johanna geht mit ihrem verwinkelten, unschlüssigen Gang durch die Strassen.

Es ist einer der lauen, föhnigen Wintertage, wie sie in Wien haufig sind. Schmutziger Schneebrei liegt noch auf dem schlechten ungleichmassigen Pflaster und warmer Regen hangt schon in der Luft.

Johanna geht planlos den Franz-Joseph-Kai entlang, der Marienbrücke zu. In der Mitte der Brücke steht eine Marienstatue, ihr zu Füssen liegen, selbst hier, mitten in der Stadt, immer Blumen. Johanna hat diese Statue gern, weil die Madonna das Kind in einer sehr rührenden, sehr menschlichen Angst an sich drückt. Und heute scheint der Schleier aus Bronze, der Faltenwurf des Gewands ganz wirklich, regenschwer und föhndurchblasen.

An der Madonna macht Johanna halt und schaut hinuuter in den Donaukanal, der ebenso unfroh dahinzieht wie sie. Wenn es ein richtiger Strom ware, denkt sie, würde sie sich hineinstürzen, und alles ware aus und überstanden. Aber in einem Kanal kann man sich nicht das Leben nehmen — das keinesfalls. Da kann man höchstens hineinplumpsen und wird wie eine nasse Katze wieder herausgezogen. Nicht einmal das lohnte.

Und so floss der Donaukanal weiter, ohne sie, aber lasch, unlustig wie sie, kein Bach, kein Strom, ohne Schwung und ohne Glanz, im Tempo aller Kanale. „Pfui!" sagte Johanna, das Schulkind ohne Schule, die Liebende ohne Geliebten, und spuckte ins Wasser. Der Föhn drückte, stach in den Schlafen, trommelte

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