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„Aber Sie sind die Güte selbst", versichert er, ohne

das Buch zu beachten, „aber wissen Sie, Hölderlin

Hölderlin — das klingt mir zu preussisch."

„Er war aber aus Schwaben , erklart Johanna eifrig. „ Jesus, was Sie alles wissen! Aber mir sind halt schon die Bayern zu preussisch. Und dann — bei Frauen und Büchern da bin ich nicht so ausgesprochen für das Mollerte. Da ist mir schlank schon lieber!"

Nun, da er sein Ziel, ein Gesprach mit Johanna, erreicht hat, weiss er plötzlich ziemlich genau, was er will. Er verlangt einen Band Raimund, Gedichte, und lasst, wie selbstverstandlich, beide Bücher auf seinen Namen eintragen. Die Verkauferin begreift lachelnd und wundert sich nicht. Wahrend er zahlt, ist er schon in lebhafter Unterhaltung mit Johanna.

„ Jetzt müssen Sie mir aber einmal erklaren, was Sie an dem Hölderlin eigentlich haben", sagt er und reisst vor ihr die Tür auf, fast pagenhaft anmutig, und sie, entzückt, aber auch benommen von einer so unerwarteten Allüre, vergisst völlig, dass sie ihr gilt, und ist bereit, ihm den Yortritt zu lassen. Auch diesen befremdlichen Moment überwindet er, legt leicht den Arm um ïhre Schulter, schwer zu sagen, ob er sie überhaupt berührt — es ist eher die Andeutung einer Geste, und Johanna geht zaghaft an ihm vorbei auf die Strasse. „Hölderlin", beginnt er wieder, „das ist doch der, der

etwas mit einer verheirateten Frau gehabt hat

stimmts?"

Johanna nickt.

Lr redet weiter und iiber ihre Befangenheit hinweg: „Es kann von mir aus einer der grösste Fallot sein; aber eheliche Treue ist eheliche Treue — da gibts cinmal nichts von so einem soll man nichts lesen.

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