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tete: „Aber ich bin ganz ein schabiger Egoist in dieser Angelegenheit, weil ich doch möchte, dass Sie mir öfter die Ehre erweisen."

Um seinen Worten ein en gewissen Nachdruck zu geben, was notwendig ist, wenn man sich gar nichts dabei denkt, sprach er plötzlich hochdeutsch. Es wirkte auf Johanna, wie es wirken sollte. Das kleine, verachtete Müdchen mit dem schlechten Ruf stand plötzlich in heller Sonne. Ein Mann, ein Offizier nannte es eine Ehre, sich mit ihr zu treffen — ein veritabler Offizier. Sie blühte auf unter dieser Vorstellung.

Besuche im Kaffeehaus waren bisher in ihrem Leben nicht gerade zahlreich. Dies an sich war ein Ereignis. Die Begleitung dieses jungen, eleganten und strahlend heitern Mannes aber war wie ein in Erfüllung gegangener Traum — nur so war es zu benennen. Man hatte etwas getraumt, wachte auf, wollte, diesmal ernstlich und exakt, Traum und Wirklichkeit auseinanderrechnen — und es ging nicht; denn da stand leibhaftig vor einem, was einem den Schlaf oft beunruhigt hatte. Mitten in der Trostlosigkeit ihres jetzigen Lebens war ihr da auf der Marienbrücke, wie vom Himmel gefallen, die Liebe begegnet. Diesmal in Fleisch und Blut. Es war atemberaubend, sinnverwirrend, es war nicht von dieser Welt.

Nur für ihn, für ihn war es sehr von dieser Welt, ein kleines Abenteuer, dessen Dauer sich zwischen e'iner Stunde und einem Monat bewegen würde. Wie meist. Er hatte ihr aus dem Mantel geholfen, einem Mantel, der ihm vom ersten Bliek an als billige Konfektionsarbeit aus der Mariahilferstrasse kenntlich war. Trotzdem hing er ihn mit soviel Sorgfalt auf, als handle es sich um einen echten Breitschwanz, wahrend er

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