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Der Fiaker hielt nicht vor einem alten Palais mit hellerleuchteten Fenstern, sondern vor einem im Dunkel liegenden Haus am Franziskanerplatz, das es allerdings in Bezug auf Alter wohl mit vielen Wiener Palais aufnehmen konnte. Durch ein grosses altes Tor ging es in einen Flur mit Steinwanden und Steinboden und dann eine breite Steintreppe hinauf.

Florian ging voran. Zaghaft, die kleine kalte Hand an die Steinwand gestützt, trippelte Johanna hinterher. Eine Gasflamme erhellte dürftig das Treppenhaus. Es war alles ein bisschen fremd und durchaus nicht vornehm, sondern nur alt. Es roch auch ein wenig nach der Hausmeisterküche und keineswegs nach Lavendel und Weihrauch, wie sich Johanna die Luft vorgestellt hatte, die Aristokraten atmen. Trotzdem glitten diese Wahrnehmungen sofort wieder an ihr ab, und sie schritt auf Wolkenstufen dahin. Dort oben, das wusste sie, erwartete sie das ganz Grosse: der Mann, der da vor ihr die Treppe hinanschritt, der war das „Du'. Diesem Du begegnete man nur ein einziges Mal im Leben. Sie hatte es gefunden, ihr Leben hatte nun einen Sinn: überall hin und unbedenklich dem „Du" zu folgen. Was das Du über sie beschloss, war fast Gottes Wille. Nicht die Spur von Angst war in ihr, nicht die Spur einer Ahnung, dass es sich um ein erotisches Abenteuer handeln könne. In ihr war nichts als die grosse Bangigkeit, die einen vor der Yerwirklichung heissester Wünsche befallt.

Florian lachte leise in sich hinein. Wie nett das Leben war! Man griff auf der Marienbrücke nur zu wie in einen Korb mit Obst und hatte, was man brauchte, was einem Freude machte für einen unausgefüllten Abend. Das Leben war ausgesprochen angenehm.

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