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„Schrecklich, dieses Gemauschel!"

„Schrecklich?" Florian lachte, „wieso denn? Ich bin doch kein Jude. Ein Jude muss mauscheln — ich darf!" ïhm entging vor Vergnügen über seinen Witz ganz die Pause, die nun entstand. Er bemerkte auch nicht, dass Johanna grauweiss im Gesicht wurde; denn er hatte seinen Ausspruch und auch die Freude daran schon wieder vergessen, wahrend er sich jetzt mit dem Kamin beschaftigte, um die Gasflammchen zu regulieren.

Gleich darauf bot er Johanna Obst an und sagte ihr, dass es zu ihren Hausfrauenpflichten gehore, ihm eine Birne zu schalen. Johanna sass starr da. Ein Hieb hatte sie getroffen. Apathisch nahm sie die gebotene Birne und bemerkte mit einer Festigkeit, die sie selbst wunderte: „Mein Vater ist Jude, und meine Mutter ist Jüdin, aber sie wollte fortfahren, beide mauschelten trotzdem nicht; doch Florian unterbrach sie.

„Na und? fragte er, der langst an anderes dachte, erstaunt über diese, wie ihm schien, ganz unmotivierte Eröffnung, „und mein Papa ist papstlicher Kammerherr, und die Mama Sternkreuzehrendame — was hat das aber mit uns beiden zu tun?"

„Nichts — ich dachte nur —"

„Ubrigens, was glaubst du, wie froh ich bin, dass du Jüdin bist! Du könntest mir keine grössere Freude machen — bei euch ist das doch gar keine Affare —

ich meine, wenigstens beichten müsst ihr nicht

ich weiss das von einem Freund — und dessen Fraulein Braut, die sekiert ihn so, namlich wegen der Beichte —"

Johanna begriff nicht mehr richtig. Sie fühlte sich fremd, fremd, allein. Man ertrug es nicht, dass so und

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