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entdeckte sie Florian, schlafend auf einem Sessel ausgestreckt. Auf den Zehenspitzen kam sie naher und setzte sich ilirn leise gegenüber.

Johanna verharrte regungslos und betrachtete mit wahrer Andacht sein schönes ruhendes Gesicht. Der Kopf lag an der Lehne und war selbst im Schlaf stolz und selbstbewusst erhoben. Trotzdem gab der zu einem Lacheln geöffnete, ein wenig zu volle Mund, gaben die dunkeln, sehr langen, sehr gebogenen Wimpern diesen Zügen etwas madchenhaft Weiches. Die Stirn wiederum, kantig, nicht übermassig hoch, hatte mehr Festigkeit. Mit einer kleinen Spitze fiel der Haaransatz in sie ein, adelig war der Schwung der feinen Brauen, adelig und leichtsinnig zugleich; aber es war hier jener besondere, durchaus mannliche Leichtsinn eingezeichnet, der sehr rasch und unvermittelt in Kühnheit umschlagen kann.

Der Schlaf hatte auf seltsame Weise ein Gesicht aufgeschlossen und es auf seine Grundfarben zurückgefiihrt: Stolz, liebenswürdige Heiterkeit, Leichtsinn mit impulsivem Wagemut. Losgelöst von der Disziplin eigener Haltung und fremder Gegenwart, war das alles, was von diesen Zügen blieb.

Johanna sah dies so genau nicht. Nur von ganz fern rührte ein Gedanke sie an, als ob hier vor ihr die Bilanz menschlichen Mittelmasses gezogen worden sei, ganz unzureichend gegenüber ihren ungestümen Forderungen. Ruhelos suchten ihre Augen das Gesicht ab, suchten unablassig nach etwas, was im Schlaf abhanden gekommen war.

Florians Kopf glitt zur Seite, presste die Kehle, und er begann hörbar zu schnarchen. Darüber wachte er auf. Er war noch nicht ganz bei sich, schloss rasch wieder

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