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dazu schon zu spat. Die Dame fiel ihm bereits um den lïals und versetzte ihm einen schallenden Kuss und gleich noch einen hinterher. Ihre Gesellschaft, die auf sie wartete, klatschte Beifall und schrie „da capo!" Ein da capo schien jedoch nicht Florians Wünschen zu entsprechen, und wenn er, wie üblich, die Wieder-

sehensfreude auch nur so aus dem Armel schüttelte

sich selbst überzeugte er diesmal davon nicht: ,, Ja schau her! Die Rose-Marie! So eine tJberraschung! Aber das ist ja wunderbar!" Da sie Miene zu einer erneuten Umarmung machte, kam Florian ihr diesmal zuvor, indem er seine beiden Hande auf ihre Schulter legte und so seinen ablehnenden Intentionen eine vertrauliche Note gab. „Und noch immer das gleiche stürmische Temperament! sprach er dabei weiter, „die reinste Spanierin! Aber geh! Musst mich doch nicht so kompromittieren vor meinem Fraulein Braut!" Und er deutete auf Johanna.

„Was heisst hier kompromittieren!" entrüstete sich die hübsche Blondine und blickte auf Johanna nieder wie auf einen Maikafer, „Frauleinchen, von mir können Sie höchstens was lernen. Soweit kenne ich schon die Wiener: die wollen doch alle für das selbe Geld vergewaltigt werden! Merken Sie sich das, Frauleinchen!"

„Ja, danke , sagte Johanna höflich und lachelte dazu in bloder Verstandnislosigkeit.

Ohne auf die Lachsalve zu achten, die ihre gute Lehre und Johannas Antwort bei ihrem Gefolge auslösten, griff das Fraulein Rose-Marie mit einem gewissen Schneid an Florian vorbei nach dessen Weinglas und leerte es, ohne abzusetzen. Mit anmutigster Selbstverstandlichkeit, ganz so, als sei er hier nur Gastgeber,

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