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Als Florian und Johanna sich wieder begegneten, nach fünfundzwanzig Jahren, machte Florian seine ersten Sportreportagen für eine englisclie Zeitung, und Janes wegen richtete man in den Stadten, wohin ilir Berui sie führte, einen verdoppelten Postdienst ein — so zahlreich waren die Briefe und Kabel und Anrufe, die dem kleinen Judenmadchen aus der Wiener Leopoldstadt galten.

Florian verband mit ihrem Namen keinerlei Erinnerung. Und er traf sie auch nur zufallig im österreichischen Adelsklub inNewyork, wo man die grosse Landsmannin feierte.

Er betrachtete sie mit flüchtiger Neugier, die nicht ausreichte, sich vorstellen zu lassen.

Sie aber erkannte ihn sofort. Denn auf dem Grunde ihrer tausendjahrigen, ewig jungen Judenaugen haftete jedes Bild. Nichts ging verloren.

Bei der ersten Gelegenheit trat sie zu ihm: „Ja Servus! Grüss Sie Gott, Graf Weickers!"

Er wunderte sich über die Begrüssung und über den burschikosen Ton noch einmal besonders. Aber da war immer noch seine charmante und durchaus glaubhafte Liebenswürdigkeit, und über ihre Hand beugte sich der fast Fünfzigjahrige noch immer mit dieser spontanen, pagenhaften Anmut, die so ausschliesslich, so persönlich wirkt. Wahrend keine Miene verriet, dass er ganzlich ahnungslos war, woher sie ihn kannte. Mit jener aufrichtig herzlichen Unaufrichtigkeit versicherte er ihr, wie ganz ausser sich er sei über die unverhoffte Freude dieses Wiedersehens.Jane aber tauschte man nicht. Sie kannte ihre Landsleute, und sie kannte auch diesen Tonfall. Sie unterschied - bei anderen — immer sehr genau zwischen wahr, halbwahr, unwahr.

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