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ab gelaufen, ohne zu wissen, wohin mit sich. Dann biegt sie über den Platz Am Hof ein, wendet sich zur Schottenkirche. Hier weinen viele. Hier fallen Tranen nicht weiter auf.

Da sass sie wieder vor ihrem Heiligen, der ihr fremd geworden war, ein gemaltes Bild. Und doch nicht. Er war geblieben, der er war, den sie aus ihm gemacht hatte. Sein asketisches Gesicht füllte sich unter ihren Blieken mit Leben, das ihm von ihr zugeströmt war, und er sprach zu ihr mit ihren Worten: „Ich bin nicht so beschrankt wie die Menschen, ich frage dich nicht, woher du kommst, es ist mir einerlei, und ich freue mich, dass du wieder einmal hier bist."

Johanna schloss die Augen, sie legte müde den Kopf auf ein Puit; sie hatte immer noch das Heiligenbild vor sich. Aber das Gesicht des Ewigen Geliebten, sein unverganglicher Schimmer, zogen darüber hinweg, und der Heilige und der Ertraumte wuchsen ineinander, wurden eins. Durch das Hirn des Kindes, das einem Nervenfieber nahe ist, streicht wie erste Linderung und Lösung all der unbegreiflichen Qual eine Ahnung: nur so wird sie existieren können, nur zwischen Geschöpfen, denen ihr kleiner, schwachlicher Körper von seinem überschüssigen Leben gibt, zwischen Wesen, die aus der Überfülle ihrer Phantasie die Kraft zu einem eigenen Dasein in höchster Vollendung ziehen.

Nur so. Denn nur das ist ihr grosses Du: was aus ihr selber kommt.

In dieser Minute zerstiebt die Erinnerung an Florian wie Wasserdampf in Frostluft, ist eine Sekunde lang noch ein wenig Nebelatem über den Trümmern ihrer untergegangenen Welt. Dann verf liegt er, Florian,

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