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schont Ihr Herz", ganz, als habe sich inzwischen nicht das mindeste ereignet. Nur Herr Spacil war nicht mehr unter den Fahrgasten. Herr Spacil hatte, für alle Falie, vorgezogen, sich ein Fahrrad zu kaufen. Es wird noch eine gute Weile dauern, bis er das Radfahren erlernt hat. Bis dahin benutzt er eine andere Strassenbahnlinie, um sein Büro zu erreichen.

Johanna fehlt er nicht, obwohl sie unausgesetzt an ihn denkt. Aber ihre Phantasie hat ihm langst schon wieder einen andern Platz, eine andere Rolle in ihrem Leben zugewiesen. Yon ihrem Geliebten hatte er sich in eine sehr hohe und einflussreiche Persönlichkeit verwandelt, deren Bestimmung war, dem Wiener Theaterleben zur höchsten Blüte zu verhelfen. Natürlich durch sie, Johanna Deutsch.

Einige Traume waren in Asche zerfallen. Ein neuer erstand. Klein und flackernd züngelten seine ersten Flammen und warmten doch bereits ein frierendes Kind.

Als sie aber die Schule betrat, fegte das Wirkliche in seiner ganzen Nüchternheit über sie weg, sie zitterte und schloss die Augen. War das noch ihre Schule? In der sie einmal regiert hatte, ausgestattet mit unerhörter Macht über die Gemüter der Mitschülerinnen? Sie betrat ihr Reich wieder als eine abgesetzte Herrscherin, und das war über die Massen bitter. Fest schloss sie die Augen und zwang vor die Wirklichkeit das Bild eines mit Klubmöbeln ausgestatteten Büros, wo sie sich beim Schein einer gelbseidenen Lampe Spacil gegenüber sieht. Nicht der Spacil, der mit ihr getobt und gebrüllt, nicht der subalterne Klotz, über den sie sich langst hinweggesetzt hat, sondern Spacil, der umfrisierte, der feinsinnige, einflussreiche Wegbereiter.

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