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Sein Bild hatte sie auch wieder vor sich wie einen Schutz, als die Frau Direktor vor der Klasse stand und eine ihrer peinlichen Ansprachen hielt. Dass „eine unter euch" dem Angesicht der Scliule die Makellosigkeit genommen, den bis dahin unantastbaren Namen der Anstalt durch alle Zeitungen gezerrt habe, so dass die ganze Welt auf sie, die Frau Direktor, mit Fingern weise. Hier schöpfte sie tief Atem und blickte mit anklagender Eindringlichkeit die Madchen an. Auch ein Nichteingeweihter würde bemerkt haben, dass nur Johanna gemeint sein konnte — so vielsagend und bedeutungsvoll mieden die Augen der Direktorin das Madchen.

Nur Johanna selbst, tief versunken in ihre Welt, bemerkte es kaum. Was da teilnahmslos in der zweiten Bank vor der Frau Direktor sass, das war nicht viel mehr als Johannas aussere Hülle. Sie selbst war nicht Johanna, sie war Jane, der künftige Stern am Wiener Theater, und sie sprach gerade Spacil, der hochstehenden Persönlichkeit, die Jungfrau von Orleans vor. „Verdorbenheit der Phantasie!' rief die Frau Direktor, „Gedankensünde.... grossrednerische Wichtigtuerei.... alles das hat hier die Hand im Spiele gehabt. Glücklicherweise ist nichts geschehen, was noch schlimmer, was nie wieder gutzumachen ware. Ich hatte nicht die Hoffnung aufgegeben, dass es sich nur um Aufschneiderei handeln müsse. Es ware ja auch fast ausgeschlossen, dass eine aus unserer Mitte so tief sinken sollte. Was aber bestehn bleibt, ist die abscheuliche Lüge, die Gedankensünde. Und daran seid ihr alle mitschuldig. Ihr habt es euch mitangehört. Keine von euch hatte soviel Vertrauen zu mir oder zu eurer Klassenlehrerin, uns um Rat zu bitten. Womit

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