Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

wird ja kalt. Mein Schnitzel sieht wundervoll aus!" Sie sagte „mein Schnitzel", obwohl doch noch gar nicht die Rede davon gewesen war, wie die Gerichte verteilt werden sollten. — „Mutter Schwalbe hat immer recht" konstatierte Martin Korella, und beschenkte die resolute Alte mit einem langen, zartlich siegesgewissen Bliek aus den schlafrig verhangenen Augen. „Essen wir also!" — David erklarte geschwind: „Ich bin nicht sehr hungrig und nehme das Omelett, wenn ich darf". — Er hatte eine seltsame Manier, sich beim Sprechen mit einem schiefen Ruck der rechten Schulter seitlich zu verneigen; dabei verzerrten sich seine ungesund blaulich gefarbten Lippen zu einem liebenswürdig angstvollen Lacheln. Es war eine rührende und etwas groteske, zugleich mitleiderregende und erheiternde kleine Höflichkeitspantomime.

„Ich lasse mir den Appetit nicht verderben!" erklarte Mutter Schwalbe, schon mit ihrem Schnitzel beschaftigt. Und David, dem man das nicht sehr verlockend aussehende harte kleine Omelett überlassen hatte, bemerkte schüchtern: „Ich finde es hübsch hier... Dieses kleine Lokal gefallt mir. Und daG wir vier hier so beieinandersitzen . . . Ich habe es mir in Berlin oft gewünscht," gestand er, und über sein wachsern zartes Gesicht zog eine flüchtige, helle Röte. „Manche Wünsche gehen unter recht merkwürdigen Umstanden in Erfüllung — ganz anders, als man es sich ursprünglich vorgestellt hatte ..." Seine rehbraunen, kurzsichtigen Augen wanderten zwischen Marion, Martin und der Mutter Schwalbe hin und her, ehe sie sich, bescheiden und angstlich, senkten.

Man schrieb den fünfzehnten April 1933. Die vier Deutschen — Marion von Kammer, Frau Schwalbe, Martin Korella und David Deutsch — waren alle

Sluiten