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wahrend man in Paris sehr wohl wisse, daB er nur einer von jenen zahllosen jungen Herren sei, die a tout prix auffallen wollen, sei es durch die grelle Farbe ihrer Hemden und Socken, sei es durch den anstöBigen Exhibitionismus ihrer literarischen Beichten.

Poiret gehorte zu einer Gruppe von jungen französischen Künstlern — sie setzte sich nicht nur aus Autoren, sondern auch aus Malern und Komponisten zusammen —, die auf eine höchst gewagte und etwas verwirrende Art in ïhrem Stil und in ihrer Gesmnung einen konsequenten, aggressiven Marxismus mit einem extremen Romantizismus zu vereinigen suchten. In den artistischen Manifestationen dieser Gruppe, der es wirklich gelang, das Juste Milieu sensationell vor den Kopf zu stoflen, begegneten sich die politischen Symbole von Hammer und Sichel mit allerlei geisterhaft Holdem und spuckhaft GraBlichem: widrig eiternden Wunden, zauberischen Blumen, flatternden Damen im Kostüm der Neunziger Jahre, obszönen TraumGebilden, verrenkten Gliedern, sonderbarsten Fratzen. Es war ein Kult des HaBlichen, Schokierenden und Grauenhaften, den die Gruppe trieb — eine Art von pervertiertem Asthetizismus, dem es jedoch an moralischem Pathos nicht fehlte. Sie steilten die Welt auf den Kopf, verzerrten ihreFormen, trieben Schabernack mit ihren Gesetzen: weilsie den Zustand der Welt miBbilligten; weil sie sich für die totale Veranderung des Weltzustandes revolutionar einsetzen wollten. Hinter all dem Hexensabbath aus Traum und Polemik, aus Bitterkeit, rüdem Ulk, Trauer und Obszönitat, verbarg — oder offenbarte sich die revolutionare Hoffnung; ein fast naiver und vielleicht mehr gewollter als eigentlich geglaubter materialistischer Optimismus; die mit religiöser Inbrunst krampfhaft festgehaltene Zuversicht, daB der Spuk vergehen, Qual, Angst und Fluch sich gnadig lö-

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