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im Grunewald hatte er fluchtartig verlassen müssen — denn er war den Nazis nicht nur als reicher Jude, sondern auch als Förderer links-gerichteter Künstler und Politiker besonders verhaBt —: Was schadete es ? Es schadete wenig, so gut wie nichts. Er hielt Hofstaat auf der Terrasse dieses hübschen Cafés, und übrigens würde er bald eine geraumige Wohnung in Passy beziehen. Er hatte nur wenig Geld verloren. „Verhungern werde ich in absehbarer Zeit nicht müssen", gab er zu. — Die Comités für jüdische und politische Flüchtlinge erhielten keineswegs überwaltigend groBe, aber doch erfreuliche Gaben von ihm. Er war von liberaler Gesinnung, nicht ohne vorsichtige Sympathie für gemaBigt sozialistische Ideen. Seine Feinde und einige seiner Freunde, hatten ihn den „roten Millionar" genannt, wasersichmit Schmunzeln gefallen lieB. Ein wohlmeinender, ziemlich intelligenter, fortschrittlich gesinnter Herr: muBte man nicht froh und dankbar sein, daB es ihn gab ? DaB er hier, im braunen flauschigen Paletot, vor seinem schwarzen Kaffee mit Benedictiner saB, und die neuen Gaste fragte: ,, Was darf ich für Sie bestellen, meine Herrschaften ?" Es amüsierte ihn, daB David Deutsch nur heiBe Milch habenwollte. Die Herren Mathes und Hummler entschieden sich für Bier und etwas zu essen; Bernheim schlug Würstchen vor, weil es an die Heimat erinnerte. Mit Marcel versuchte er französisch zu reden. „J'ai — lu — un — de vos livres ... Trés

beau —: en effet, trés beau. Trés originel", sagte

er noch. „Quelque chose de trés nouveau!" Und er strich sich den rot-grau melierten Bart, durchaus befriedigt von seiner kleinen Ansprache in fremder Zunge. Als aber Marcel seinerseits zu sprechen anfing, mit unbarmherziger Geschwindigkeit, LiteratenJargon und Apachen-Argot vermischend, fiel es dem Bankier doch recht schwer, zu folgen. Er rückte

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