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Tisch und dampfte vertraulich die sonore Stimme. Dabei deutete er mit dem Daumen hinter sich, über die Schulter. Dort saB ein weiBhaariger Herr mit feinem, müden Gesicht und spielte, das Kinri sinnend in die Hand gestützt, eine Partie Schach mit sich selber. Der Herr hatte schone, lange, aristokratische Hande; aber über den Gelenken waren die etwas zu kurzen Armel seines schabigen Jacketts ausgefranst. — „Das war einmal einer der reichsten MannervonUngarn", berichtete Samuel leise. „Ihm hat so viel Land gehort, wie einem einzelnen Menschen überhaupt nicht gehören dürfte. Ubrigens schien er selber zu finden, daB er gar zu viel Grund und Boden besitze. Denn als die Revolution kam, wurde er der Chef einer demokratischen Regierung und verteilte seine enormen Güter an die Bauern. Vielleicht hatten ihm seine Standesgenossen zur Not verziehen, daB er republikanischer Ministerpresident gewesen war; aber daB er seine Landereien weggeschenkt hatte, war eine Todsünde . . . Der demokratische Graf muBte fliehen, als die Bolschewisten in Budapest regierten — und er konnte nicht zurück, als die Fascisten kamen, die sich damals noch anders nannten. Die ,WeiBen' hatten ihn aufgehangt, wie die ,Roten'. Nun sitzt er seit beinah fünfzehn Jahren in Paris. Zu Anfang hat er noch politische Diskussionen geführt und Meetings besucht. Jetzt spielt er beinah nur noch Schach, meistens mit sich selber. — Er soll ein recht guter Schachspieler sein", schloB der Professor wehmütig seinen Bericht.

„Emigrantenschicksal. . .", sprach Herr Bernheim mit der angenehm geölten Stimme; dann machte er eine kleine Geste mit beiden Handen, als wollte er etwas Unangenehmes wegschieben, und erkundigte sich leutselig, ob die Herrschaften noch etwas zu trinken wünschten. Der verbannte Graf am Neben-

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