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Fraulein Sirowitsch war immer noch bei ihrer Schopenhauer-Übersetzung. „Wennich diese Arbeit getan habe," sprach sie feierlich, „dann darf ich mir sagen: Martha, du hast nicht umsonst gelebt. — Ich heiBe namlich Martha", fügte sie hinzu und lachelte Herrn Nathan-Morelli mit einer gewissen starren Vertraulichkeit zu. Er nickte, als ware er auf eine Eröffnung dieser Art langst gefaBt gewesen. — „Wenn wir zehntausend Abonnenten haben, sind wir fein heraus!" erklarte einer von den Journalisten, und Ilse 111, die ihre Würstchen bekommen hatte, rief unheilverkündend: „Vielleicht gründe ich ein literarisches Cabaret! Sehr wohl möglich, daB ich sowas mache! — Oder", verbesserte sie sich — denn es war ihr ein neuer grafilicher Einfall gekommen —, „vielleicht trete ich auch bei Bobby Sedelmayer auf!" Sedelmayer machte entsetzte Augen, wahrend Samuel sich nicht enthalten konnte mit Orgelstimme: „Armer Bobby!" zu sagen. — „Wieso?" erkundigte sich Ilse 111, einen groBen Bissen im Mund — übrigens eher amüsiert als beleidigt.

Bankier Bernheim erzahlte: „Ich habe mich wahrend der letzten Tage, die ich in Berlin war, fast nur noch im Hotel Excelsior aufgehalten, weil es in der Nahe des Anhalter Bahnhofs liegt. Das gab mir ein beruhigendes Gefühl..." Alle sprachen plötzlich im Durcheinander von ihren letzten Berliner Tagen und von den Umstanden, unter denen ihre Abreisen sich vollzogen hatten. Kikjou lauschte mit weit geöffneten Augen, zugleich traumerisch und achtsam. Er fühlte sich wie ein Junge, der in einen Kreis von alten Kriegsteilnehmern geraten ist. Nun berichten alle ihre Abenteuer, und der Knabe muB stumm dabei sitzen . . . Doktor Mathes sagte mit drohender Stimme: „Ich komme also ins Krankenhaus, wie jeden Morgen. Da sieht mich doch der Kollege Meier so

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