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Martin sagte, wie sehr er Rimbaud liebe, Kikjou gestand seine Bewunderung für Hölderlin und Novalis. Er kannte sich gut aus in den Schönheiten deutscher Dichtung. Spater erzahlte er von seiner Kindheit und von seiner Familie. Martin bekam Einblicke in ziemlich wirre hausliche Verhaltnisse. Kikjous Verwandte lebten teils in Rio de Janeiro, teils in Lausanne und auf dem Lande in Belgien. Der Vater, in Brasilien ansassig, war Chef einer groBen Firma, und wollte den Sohn dazu zwingen, ins Geschaft einzutreten. Da Kikjou darauf bestand, in Paris zu sein und Gedichte zu machen, statt sich vernünftig zu beschaftigen, grollte der Vater und schickte kein Geld. ,,Oft ist die Kasse leer", sagte Kikjou und lachelte betrübt. Manchmal reiste er zu einem Onkel nach Belgien. Der bewohnte ein altes Haus auf dem Lande; Martin bekam den Eindruck, daB es sich um einen etwas wunderlichen alten Herrn handelte; aber Kikjou fand ihn bedeutend. „Onkel Benjamin ist ein glaubiger Katholik", erklarte er und strahlte Martin aus den vielfarbig schimmernden Augen an. Der Onkel umgab sich mit Heiligenbildern, Reliquien, geweihten Kerzen und lateinischen Büchern. „Erhat seine eigene kleine Kapelle", berichtete Kikjou stolz. „Ich fühle mich wohl bei ihm; wenn ich nicht fürchten müBte, ihn zu storen, ware ich immer dort." Sein Bliek schien benommen; es war vielleicht nur die Wirkung des Weines, vielleicht hing es aber auch mit dem Gedanken an Weihrauchduft und mildes Halbdunkel in Onkel Benjamins Kapelle zusammen. „Manchmal hat er auch Visionen", sagte der Neffe noch, und in seinen Augen war der Glanz beunruhigend. „Engel suchen ihn auf. Er erzahlt, daB es immer so ein metallisch klirrendes Gerausch gibt, wenn sie in seine Stube treten. Das kommt von ihren Flügeln, die bestandig in Bewegung sind; es ist wie ein nervöser Tick, sagt

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