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Onkel Benjamin, aber dabei sehr groBartig. Siemüssen immer ihre groBen Flügel regen, als kamen sie sonst aus der Übung und würden das Fliegen verlernen; es verhalt sich wohl so ahnlich wie bei Rekordschwimmern oder Radfahrern, die auch gleich aus der Form kamen, wenn sie nicht immer trainierten. Ich hatte so gerne einmal einen Engel gesehen. Aber sie zeigen sich nur, wenn niemand im Haus ist auBer Onkel Benjamin und der alten Magd. Sogar ich, obwohl ich doch an sie glaube, scheine sie zu vertreiben. Das ist auch der eigentliche Grund, warum ich nie lange beim Onkel bleibe. Er müBte das Gefühl bekommen, daB ich ihm die liebsten Gaste verscheuche. Das ware mir natürlich sehr unangenehm. AuBerdem krankt mich das Verhalten der Engel ein wenig; ich finde es gar zu spröde." Nachdem er dies alles geauBert hatte, legte er ruhig seine Serviette zusammen und schlug vor: „Unseren Kaffee trinken wir besser wo anders. Er ist hier nicht besonders gut."

Sie saBen im Café „Flore" am Boulevard St. Germain. Nun sprachen sie auch über Politik. „Sie sind vor den Nazis geflohen ?" fragte Kikjou. „Ich mag sie auch nicht. Neulich habe ich lange mit meinem frommen Onkel über sie gesprochen — er ist ein so kluger Mann. Der deutsche Führer, sagt er, ist vom Teufel geschickt; der leibhaftige Antichrist. In so groBer Gefahr wie jetzt, sagt Onkel Benjamin, ist die Christenheit seit ihrem Bestehen noch nicht gewesen. Das Rassen-Dogma bedroht die Grundlagen unseres Glaubens, die Germanen kommen aus den Urwaldern, um die Christliche Kultur zu zerstören, und sind fürchterlicher, als die Hunnen und Türken es waren . .

Sie redeten lange. Aber zwischen ihnen waren die Worte nicht mehr das Entscheidende. Ihre Blicke führten eine andere Sprache.

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