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Marion, glücklich über die ungewohnt einfache, herzliche Art der Mutter. — „Danke, mein Kind: leidlich gut." Nun hatte sie schon wieder jene damenhafte Verbindlichkeit, unter der Marion heftiger litt als andere Töchter unter den Wutausbrüchen ihrer Mutter. — ,,Du weiBt ja: das Züricher Klima ist eine Wohltat für meine Nerven — natürlich nur so lange es keinenFöhn gibt. . Sieredete, als ware sie soeben in Baden-Baden oder Bad Gastein eingetroffen und berichtete nun einer entfernten Bekannten über die ersten Erfolge der Kur. Es war der Ehrgeiz der Frau von Kammer, Haltung zu bewahren, auch der Tochter gegenüber —: Haltung um jeden Preis, den Verhaltnissen zum Trotz, malgré tout, geschehe, was auch immer.

Das Telephongesprach zwischen Paris und Zürich dauerte nicht sehr lange. Mama berichtete noch, daB sie, mit Tilly und der kleinen Susanne, vorlaufig in einem sehr hübschen Hotel am See abgestiegen sei. ,,Sehr soigniert", sagte sie anerkennend. „Die Bedienung — tip-top! Aber es ist natürlich nur provisorisch. Auf die Dauer könnte man sich das nicht leisten."

,,Es ist schrecklich traurig", sagte Marion, nachdem sie eingehangt hatte, zu Martin Korella, der gerade bei ihr im Zimmer war. „Sie kann es einfach nicht zeigen, wie nett sie ist. Hinter ihrer blöden .feinen'Art versteekt sich ihre ganze groBe Nettigkeit." Marion sah bekümmert aus. Mit ihren schonen und langen Fingern — den kraftvoll trainierten Fingern einer Pianistin, muBte Martin denken; oder, nein: eigentlich einer Bildhauerin — zerdrückte sie im Aschenbecher eine Zigarette, die sie gerade erst angeraucht hatte. Dabei stieB sie den Aschenbecher — es war eine jener haBlichen, weiBen kleinen Schalen, mit dem Reklame-Aufdruck der „Galeries Lafayette"

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