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— an seine Deckadresse in Prag und erkundigte sich bei ihm, was er von ihrem Reiseplan halte. Er erwiderte, kurz und bündig: Das ist Quatsch. Du kannst dem Jungen nichts nützen und bringst dich selbst in Gefahr. — Merkwürdiger Weise nannte der Unbekannte sie „Du". Tilly wunderte sich darüber; fühlte sich aber auch geschmeichelt und, auf eine fast sinnliche Art, gereizt. Konnis Freund rechnete sie also zu den Zuverlassigen, den Genossen . . . Dabei hatte sie sich eigentlich nie für Politik interessiert. Nur um die Abende mit Konni verbringen zu können, hatte sie ihn zu den Meetings begleitet — die tödlich langweilig für sie gewesen waren, wenn er nicht neben ihr gesessen hatte. Sie liebte ihn. Jetzt erst, da sie ihn verloren hatte, ermaB sie es ganz, wie sehr sie ihn liebte und brauchte. Sie dachte immer an ihn, und sie weinte viel. Das Argste war, daI3 keine Nachricht von ihm kam — keine Zeile. Erreichten ihn denn die langen Briefe, die sie ihm fast taglich schrieb ? Auch der mysteriöse H.S. in Prag hatte seinerseits nichts von Konni gehort: er teilte es Tilly, die ihn brieflich mit Fragen bestürmte, lakonisch mit.

— Wie mochte dieser H.S. aussehen? Tilly beschaftigte sich zuweilen mit der Frage. Seine Handschrift war sympathisch, übrigens recht kindlich steif und steil. Er hatte eine unbeholfene, aber kraftig volkstümliche und pragnante Art, sich auszudrücken. ,Sicher ist er ein sehr anstandiger, einfacher Junge', beschloB Tilly. .Ichglaube, daB ich ihn mögen würde.'

Ernst und heroisch gestimmt, wie sie war, gab sie luxuriöse Gewohnheiten auf; zum Beispiel die, in Nachtlokale zu gehen, Whisky zu trinken und fünfzig Zigaretten am Tag zu rauchen. Sie verzichtete auch darauf, weiter die Kunstgewerbeschule zu besuchen. Ihrer Mutter teilte sie mit, daB sie Unterricht im Maschine-Schreiben und Stenographieren nehmen

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