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es ist wohl nicht alles, wie es sein sollte im neuen Deutschland. Manche Tendenzen, — an sich vernünftig und lobenswert — werden ins MaBlose übertrieben. Das sind unvermeidliche Kinderkrankheiten . .

Frau von Kammer erklarte, ruhig aber dezidiert: ,,Von Politik versteheich nichts; meine Kinder machen mir zum Vorwurf, daB ich nie Zeitungen lese. Aber sovielweiflichdoch: diese Nazis sind gemeine Plebejer. Man braucht sich nur ihre Gesichter anzuschauen! Sehen gutrassige Leute so aus ?! Und benehmen Menschen, die eine Kinderstube haben, sich so, wie die Herren von Deutschland es tun?!"

Einer der Gaste — ein millionenschwerer Industrieller; Mann von strammer Haltung und strammer Gesinnung — rausperte sich schon recht indigniert. „Aber erlauben Sie, gnadige Frau", lieB er seinen einschüchternden BaB vernehmen. „Aus der Art, wie sie den Ausdruck .Plebejer' verwenden, könnte man fast auf eine sehr rückstandige Gesinnung bei Ihnen schliefien. Die Manner des Volkes, die jetzt in Deutschland drauBen, Gott sei's gedankt, an der Macht sind, erfüllen eine eminente historische Aufgabe. Die Volksgemeinschaft ist hergestellt, die Hetze zum Klassenkampf gibt es nicht mehr. Wenn Sie die akute bolschewistische Gefahr bedenken, in der das Reich sich tatsachlich befand ..."

Die Hausfrau rief flehend: „Aber lassen wir doch die Politik! Frau von Kammer hat ja selbst erklart, daB sie sich mit dergleichen nicht befaBt! Und es gibt doch so viel andere Gesprachsthemen, die amüsanter sind." Sie blickte hilfesuchend im Kreise umher.

Eine rechte Gemütlichkeit wollte sich nicht mehr herstellen. Frau von Kammer und ihre Tochter brachen früh auf. Im Wagen blieben sie beide eine Weile stumm. Marie-Luise saB in sehr aufrechter

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