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Tilla Tibori noch schön war, wirkte nun wie das Ergebnis harter, permanenter Anstrengungen; der Gewinn eines langen, wahrscheinlich oft qualvollen Kampfes. ,,Ein Agent will mich nach Hollywood bringen, sowie mein Englisch gut genug ist", sagte sie noch, etwas hastig. „Nun — man muB alles versuchen ..."

„Und du?" erkundigte sie sich dann. ,,Wir reden ja nur von mir, das ist langweilig. Warum bist du denn eigentlich von Deutschland weg, du, mit deiner garantiert reinen Rasse ?"

Marie-Luise schwieg ein paar Sekunden lang, als müBte sie sich erst besinnen, warum sie eigentlich von Deutschland fort war. SchlieBlich sagte sie nur: „Das war doch ganz selbstverstandlich. Ich bin die Frau eines Juden gewesen. — Und glaubst du denn, daB ich mich von meinen erwachsenen Töchtern verachten lassen wollte ?" — Sie erschrak sofort selber ein wenig darüber, daB sie diesen Satz ausgesprochen hatte. Er war aufrichtiger, als sie jemals zu reden — und als sie meistens zu denken wagte. Tilla hatte ein zweites Glas Portwein für sie bestellt. Frau von Kammer, an Alkohol nicht gewöhnt, spürte die Wirkung.

,Wie wunderbar hochmütig sie jetzt aussieht!' — fand ihre Freundin. ,Genau dieses Gesicht hat sie als junges Madchen gemacht, wenn eine Lehrerin oder Kameradin sie geargert hatte und sie mit ihrem vernichtenden Achselzucken zu sagen schien: Was könnt ihr mir anhaben ? Was soll ich mich mit euch abgeben ? Ich bin die Baroness von Seydewitz!'

„Du muBt mir von deinen Töchtern erzahlen", bat die Schauspielerin. „Marion ist doch sicher schon eine groBe Dame. Und wie heiBt die Zweite ?"

„Tilly", sagte Marie-Luise. „Ja, mein guter Alfred mochte den Namen, und mir machte es Freude, sie

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