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nach dir zu nennen." — „Hoffentlich bringt es ihr Glück", sagte Frau Tibori, plötzlich merkwürdig ernst, den Bliek starr geradeaus gerichtet.

Nach einer Pause war es Marie-Luise, die wieder zu sprechen begann. „Haben wir uns denn gar nicht mehr gesehen und nicht einmal korrespondiert, seit Tilly geboren ist ?" Beide waren erstaunt, auch beschamt. „Jetzt wird das anders", versprachen sie sich. „Mein Gott, was muB erst alles passieren, damit zwei alte Dinger wie wir — die wir doch wahrhaftig mal zueinander gehort haben — sich wieder finden!"

„Nachstens werde ich dir meine Tilly vorstellen", verhieB Marie-Luise. „Ein famoses Madel. Sie ist gerade für ein paar Tage in Arosa, mit Freunden."

Tilly war keineswegs nach Arosa gefahren, vielmehr nach Berlin. Ihre Unruhe, ihre Angst um Konni waren übermaBig groB geworden; es kam keine Nachricht von ihm, sie wuBte nicht, wo er war, nicht einmal, ob er noch lebte; dies war nicht auszuhalten, keine Folter konnte arger sein. Den Warnungen ihrer neuen Züricher Freunde zum Trotz, entschloB sie sich zu der Reise.

Es war merkwürdig, am Anhalter Bahnhof anzukommen; den Potsdamer Platz wieder zu sehen, die Tiergarten-StraBe, den Kurfürstendamm. Tilly ward das Gefühl nicht los, daB sie traume. Vielleicht, weil sie in so vielen Nachten wahrend der letzten Wochen von all dem getraumt hatte. Wie fremd — wie vertraut schaute die Gedachtniskirche sie an! Das Warenhaus „Kadewe" am Wittenbergplatz, die Kinos und Cafés der TauentzienstraBe, die staubigen Baume wie traum-fremd, wie traumvertraut! Sie war kaum vier Monate fort gewesen, es hatte sich nichts verandert. — Es hatte sich alles verandert. Sogar der Himmel über Berlin sah anders aus als früher; er war

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