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die Dauer dort bleiben — das ware doch wundervoll. Ich würde dich dann manchmal besuchen . . Es lag ihr viel daran, ihn davon zu überzeugen, daB er in Holland glanzend aufgehoben sein würde und daB dort nur das Beste ihn erwarte; denn er muBte doch weg, muBte doch Deutschland schleunigst verlassen, es war ja seiner selbst unwürdig, wenn er blieb, und auBerdem — diesen Gedanken wagte Fraulein Lehmann kaum sich selber zuzugeben — kompromittierte seine Anwesenheit auch sie, Annette. Sie wollte es ihm so gerne ersparen, daB sie sich von ihm zurückzog, sich nicht mehr öffentlich mit ihm zeigte. Aber andererseits: sie stand alleine in der Welt, sie konnte es nicht riskieren, aufzufallen, Skandal zu erregen — und skandalös war es doch nun einmal, wenn heute eine „Arierin" — Fraulein Lehmann war „Arierin" — mit einem „Nichtarier" Umgang hatte. Seitdem Geheimrat Besenkolbs graBlicher Artikel erschienen war, wurde Benjamin Abel von allen, die in Bonn auf sich hielten, peinlich gemieden. Hatte Annette denn Lust, auch über sich selber noch einen Artikel solcher Art zu lesen ? Die NaziiZeitungen waren wachsam, wenn es „Rassenschande" betraf. Und wie schnell konnten die Fensterscheiben an einem kleinen Antiquitatenladen zerschmissen werden . . .

„Ich würde dich jedes Jahr ein paarmal besuchen können", versicherte Annette Lehmann noch einmal. Sie gab sich Mühe, dem alten Freund den Abschied so ertraglich wie möglich zu machen.

Also die Niederlande —: Abel versuchte, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Die Niederlande gehören noch zum kulturellen deutschen Raum. Man will uns in Deutschland nicht mehr — grübelte Benjamin —; aber wir klammern uns an den „deutschen Kulturraum" . . .

Der EntschluB ist gefaBt, er wird schnell in die

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