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bin doch schon alt, und in Scheveningen war ich mal mit deinem Vater, ein prachtiger Ort, feine Hotels, aber ich vertrage den starken Wind an der Nordsee nicht, er macht mir Atembeschwerden, Kopfschmerzen auch, hast du denn alle deine warmen Sachen eingepackt, in Holland muBt du vorsichtig sein mit dem Essen, sie haben dort eine schwere Küche, der Aal ist delikat aber unverdaulich, du weiBt doch, dein empfindlicher Magen."

Noch einmal Bonn; nun wohnt Professor Abel schon im Hotel, sein Marienburger Haus wird für das junge Ehepaar zurechtgemacht. Annette ist aus Frank furt zurückgekommen; sie erscheint spat abends, merkwürdiger Weise tragt sie einen ziemlich dichten Schleier vorm Gesicht, sie hat doch früher nie einen Schleier getragen, und nun gleich einen so fest gewebten, hinter dem man ihr Gesicht kaum erkennt. Sie berichtet: in Frankfurt hat sie einige seltene und kostbare Dinge erstanden, ein Stück gotischen Samt, wundervoll und beinahe geschenkt, ich kann tüchtig Geld dran verdienen, wenn ich den richtigen Kaufer finde, deutsche Gotik wird vermutlich sehr im Preise steigen, das hangt mit allgemeinen Zeitströmungen zusammen. Leb wohl, meine Liebe! Zehn Jahre unseres Lebens sind wir beieinander gewesen, vergiB das doch bitte nie! VergiB, zum Beispiel, bitte nie die so sehr gemütlichen Kammermusik-Abende in Marienburg! Adieu, Geliebte! Was ware denn nun, wenn ich dich geheiratet hatte, damals, als wir beide gewesen sind ? Sahe dann alles besser aus, oder noch komplizierter ? Leb wohl! „Holland ist ja so nahe! sagt Annette — wie vernünftig Annette ist. Ja, Holland ist nah, eine lacherlich geringe Entfernung. Und trotzdem, was für eine groBe, einschneidende und bedeutsame Trennung. LaB mich noch einmal dein Gesicht küssen, du bist immer noch

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