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Eigentlich eine etwas ungewöhnliche Manier, sich herzurichten, für so ein junges, dummes Stinchen vom Lande — muBte Benjamin denken. War es die groBe Einsamkeit seines Lebens, die ihn miBtrauisch werden und ihn allerorten sonderbare, etwas unheimliche Zusammenhange wittern lieB ? Er begann zu argwöhnen, daB es auch um das brave Stinchen weniger harmlos stünde, als er es zunachst gehofft und vorausgesetzt hatte.

Wahrend der ersten Wochen seines Aufenthaltes im „Huize Mozart" hatte es ihm viel SpaB gemacht, gelegentlich eine Viertelstunde mit Stinchen zu verplaudern. Sie redete gar nicht deutsch, war auch zu ungeübten Verstandes, um die Worte einer Sprache, die doch mit ihrer eigenen so intime Verwandtschaft hatte, zu erraten. Abel sah sich gezwungen, all seine Kenntnisse des Hollandischen zusammen zu nehmen, um sich verstandlich zu machen. Das bedeutete eine gute Übung, und Benjamin konnte sie wohl gebrauchen. Stinchen war nachsichtig, munter und geduldig. Gutmütig lachte sie über die groben Schnitzer, von denen jeder seiner Satze wimmelte, und es vergnügte sie, den feinen gelehrten Herrn zu korrigieren.

Es war Stinchens Mutter, eine rüstige und derbe Person, deren schwere Schritte und rauhe Stimme gewaltig durchs Haus hallten, die dem einsamen Fremden das kleine Trost-Vergnügen nicht gönnen wollte. Zu Anfang hatte sie sich um das Verweilen ihrer Tochter in der Stube des deutschen Mieters kaum gekümmert; mit der Zeit aber schien sie miBtrauisch und gereizt zu werden. Meistens brachte sie nun selbst die Mahlzeiten zu Abel hinauf, und wie böse schaute sie ihn an, wenn sie die Schüsseln so hart vor ihn hinstellte, daB es einen Knall und ein Geklapper gab. Erschien aber doch noch einmal das Stinchen, und verweilte sie auch nur ein paar Minuten

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