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Frau gegen mich haben ? Ich bezahle pünktlich die Miete, bin leise und höflich, einen besseren Klienten kann sie sich gar nicht wünschen.'

Eines Vormittags steilte Benjamin fest, daB die Stube, die neben seinem Zimmer lag und bis dahin leer gestanden hatte, plötzlich bewohnt war. Durch Stinchen erfuhr er, der Bruder der gnadigen Frau sei eingetroffen: Herr Felix Wollfritz aus Hamburg, er würde mehrere Wochen lang bleiben.

Benjamin begegnete dem Herrn Wollfritz noch am gleichen Tag auf dem Korridor, und seine schreckhafte Reaktion war sofort: Ein Feind!! AufgepaBt — mit diesem Mann wird es Handel geben! ,Ich bin die Friedfertigkeit selbst', dachte Benjamin, indem er gleichsam bei einer höheren Instanz für alles, was zwischen ihm und Herrn Wollfritz geschehen mochte, jetzt schon um Entschuldigung bat. ,Aber dieser Kerl als Zimmernachbar — das ist entschieden zu viel! Mit Herrn Wollfritz wird man wohl beim besten Willen nicht auskommen können.'

Der Bruder der gnadigen Frau, der zwecks Geschaften oder Familienbesuchs für mehrere Wochen in Amsterdam weilte, war groB und stammig.Auf einer auffallend steilen und harten, ungesund geröteten Stirn und auf den Wangen waren die scharfen Konturen von SchmiBnarben sichtbar: Benjamin bemerkte es gleich, obwohl im Korridor Dammerung herrschte. Herr Wollfritz hatte einen flachen Hinterkopf, einen steilen und breiten Nacken, dessen blutig rotes Fleisch wulstig über den Rand des Kragens quoll. Sein Schadel war glattrasiert, nur auf der Höhe des Kopfes war ein winzig kleines, sorgfaltig pomadisiertes und gescheiteltes Arrangement semmelblonder Haare stehen geblieben —: eine recht erstaunliche Frisur, wie sie, auBer bei innerafrikanischen Negerstammen, wohl nur noch bei deutschen Mannern eines gewissen Typs üblich ist.

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