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schaften alle etwas weniger kapriziös geworden sein."

„Ich weiB aber gar nicht", — Marion schüttelte gereizt die Purpur-Mahne —, ,,ob ich 1938 noch Lust haben werde, mit einer Truppe herum zu reisen. Wenn sechs oder zehn Leute nicht unter einen Hut zu bekommen sind: gut, dann mache ich eben meinen Dreck alleine, wie der selige König von Sachsen gesagt hat. — Ich habe schon meine Plane und Ideen", verhiefi sie, immer noch etwas grollend, aber doch schon wieder fast munter. „Wenn es sein muft, gehe ich ohne Ensemble auf Tour —: ich, ein zartes, einsames Madchen!"

Sie grüflte kurz und ziemlich ungnadigzurTerrasse des Café du Dóme hinüber; denn dort saBen Herr Nathan-Morelii und Fraulein Sirowitsch und hatten ihr zugewinkt. Warum sie so unfreundlich nicke ? — wollte Hummler wissen. Marion erklarte: „Ich habe diesen Nathan-Morelli nicht besonders lieb. Sein antideutscher Snobismus geht mir auf die Nerven." — Darauf Hummler: „Er ist aber ein gescheiter, sehr gebildeter Mensch. Neulich habe ich mich mal lange mit ihm unterhalten. Er weiB enorm viel. Und ich glaube nicht, daB ihm Deutschland wirklich so gleichgültig ist, wie er es immer hinstellen möchte. Anfangs habe ich mich auch über ihn geargert — du erinnerst dich: am ersten Abend gleich, auf der Terrasse vom Café Select —; aber allmahlich habe ich kapiert, daB es sich da um etwas sehr Kompliziertes handelt, um eine Art von LiebeshaB." Hummler bewies, daB er psychologisch geschult und keineswegs ohne zartes Verstandnis war. „Ein sehr ambivalentes Gefühl", sagte er noch, klug und gebildet. „Mir hat NathanMorelli gestanden: Meinen Sie denn, ich bildete mir wirklich ein, Englander zu werden ? Englander wird man nicht. . . Ich tue, was ich kann, um mich von Deutschland zu distancieren — erklarte er mir —,

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