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etwas höhnisch. „Na, nun sollen wir euch wohl zunachst mal etwas von Paris zeigen!" — Man blieb unter sich, sprach immer deutsch miteinander. Die politisch Aktiven hatten wohl den Kontakt mit französischen Gesinnungsgenossen aufgenommen: man unterzeichnete zusammen Proteste; auch gemeinsame Versammlungen und Demonstrationen wurden geplant. Aber diese Beziehungen waren zunachst aufs Sachliche beschrankt. Marcel war einer der wenigen unter den Pariser Schriftstellern, der mit den deutschen Emigranten freundschaftlich-intim verkehrte.

Auch mit den übrigen internationalen Emigranten, von denen die Stadt wimmelte, hatte man wenig Umgang. Von den weiB-russischen Exilierten distancierte man sich schon aus politischen Gründen. Marion und Madame Rubinstein, zum Beispiel, sahen sich jetzt viel seltener, als es früher bei den Pariser Aufenthalten Marions der Fall gewesen war. Hingegen erschien die ernste kleine Germaine immer haufiger in der „Schwalbe"; man durfte sie beinah schon zu den Stammgasten rechnen. Das Zusammensein mit den deutschen Antifascisten, die noch kampferisch gestimmt waren und auf eine bessere Zukunft hofften, behagte ihr besser als der Verkehr mit den resignierten, verbitterten oderstumpfgewordenenFreunden ihrer Eltern, oder als das Geplauder mit den kleinen Pariser Madchen, die ihre Kolleginnen im Modesalon waren. ,,Die haben doch nur ihre Flirts im Kopf", meinte sie verachtlich. Und sie gestand Marion, dafi sie immer noch, und immer heftiger, von der Rückkehr nach Moskau traume. „Gestern habe ich mir einen neuen russischen Film angesehen", sagte sie gerade zur Proskauer. "Alle Gesichter, die auf die Leinwand kamen, hatten so ein Leuchten . . . Es waren gar nicht lauter schone Gesichter; aber wenn sie lachten, konnte man sich in jedes von ihnen

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