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„Du solltest für ein paar Tage mit mir ans Meer gehen," schlug Marcel ihr vor. Sie machte Einwande: „Vielleicht — nachste Woche, oder übernachste . . . Vorlaufig habe ich hier zu tun. Heute nachmittag, zum Beispiel, muB ich Ilse 111 einem französischen Revue-Direktor vorstellen, den ich noch aus guten alten Tagen kenne. Erinnerst du dich an Ilse 111? Eine unglückselige Person! Das Überraschende an ihr ist, daB sie etwas Talent hat, man sollte es nicht für möglich halten. Übrigens war sie mir immer graBlich. Es ist ja sonderbar, für was für Leute man sich jetzt einsetzen muB. Wahlerisch darf man nicht mehr sein ..."

Sie bemühte sich nicht nur für die literarische Chansonette — die schon ganz herunter gekommen und verhungert war —, sondern auch für ein Dutzend anderer. Gelegentlich assistierte sie der Proskauer bei der übermaBig anwachsenden Arbeit, die der Betrieb im Comité mit sich brachte. Mit Hummler zusammen — der ihr zah und geduldig den Hof machte — kümmerte sie sich um die politische Agitation. Es machte ihr Freude, bei der Abfassungvon Manifesten und Broschüren behilflich zu sein, die dann, als Reklame-Heftchen für Zahnpasta oder Korsetts schlau zurecht gemacht, den illegalen Weg nach Deutschland fanden.

Seltsame Typen meideten sich bei Marion von Kammer, deren Aktivitat und Hilfsbereitschaft man kannte. Eines Morgens klopfte es an der Türe ihres Hotelzimmers. Im Halbdunkel des Korridors stand eine groBe, hagere Frau, sie war nicht ganz jung; Marion taxierte: fünfundvierzig oder fünfzig Jahre alt. ,Mein Gott, sie will mit! etwas verkaufen,' dachte Marion; denn die Dame trug ein kleines gelbes Handköfferchen. ,Und ich habe doch gar kein Geld . . .' Sie bemühte sich, ein möglichst freundliches Gesicht

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