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Tilly aber argerte sich. „Eine dumme Gans!" rief sie böse. Die Mutter meinte versöhnlich: „Aber sie ist doch noch so jung! Wie soll sie eine Ahnung haben von dem, was in Deutschland geschieht ? Ihr kommt es doch nur darauf an, da!3 sie nicht aus dem Rahmen fallt und nicht anders ist als ihre kleinen Kolleginnen." Darauf Tilly: „Das ist ja gerade das Schlimme — wenn man bedenkt, was für eingebildete, kapitalistische Fratzen diese , kleinen Kolleginnen' sein müssen!"

Es war einfach unpassend — fand Tilly —, daB Susanne in einer so teuren Schule blieb. „Das ist etwas für die Kinder von reichen Leuten! Susanne sollte nicht vergessen, daB ihre Schwestern sich schon plagen müssen, um leben zu können!"

Sie übertrieb etwas; mit der Plage war es in ihrem Fall noch nicht arg. Sie hatte Stenographieren und das Bedienen einer Schreibmaschine perfekt gelernt, und durch die Vermittlung von Freunden hatte sie auch eine Art von Stellung gefunden. Jeden Tag war sie von morgens neun Uhr bis zum Mittagessen bei einem alten Herrn, der eine stattliche Villa am See bewohnte. Herr Ottinger beschaftigte sich mit der Abfassung seiner Memoiren, die er unter dem Titel „LebensbeichteeinesEidgenossen" zu veröffentlichen dachte. Dieses gewichtige Manuskript war es, aus dem er Tilly diktierte. Er erlaubte sich einen kleinen VerstoB gegen das Gesetz seines Landes, indem er die Fremde arbeiten lieB. Sicherlich war es die erste illegale Tat in seinem langen, korrekten Leben. Herr Ottinger erwies sich als ein freundlicher und liberal gesinnter Mann, mit weiBem Vollbart und kurzsichtigen, guten blauen Augen hinter den Brillenglasern. Sein Reichtum galt für solide; bedeutende Teile seiner Revenuen verwendete er für wohltatige Zwecke. Mancher in Stadt

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