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Dieses Mal waren ïhre Nachrichten besonders sensationell. Sie bestatigten den emigrierten Freunden, was auch diese ihrerseits schon gehort hatten: daB zwischen den höchsten Spitzen des Regimes — zwischen dem Führer selbst und einigen seiner alten Freunde — bedenklicher Unfriede herrschte. Einer der Machtigsten hatte eine Rede gehalten, die als Sturmzeichen gelten durfte. Die jungen Leute meinten: „Man muB auf allerhand gefaBt sein. Die alten Nationalsozialisten fangen an, dahinter zu kommen, daB man sie beschwindelt hat. SchlieBlich bestehen sie noch auf dem Parteiprogramm und mochten den Sozialismus haben. Dagegen muB von höchster Stelle was unternommen werden . . . Andererseits machen die Konservativen Opposition. Es kann ein nettes Durcheinander geben!" —

Ein Gefolge hatte auch Ilse Proskauer; es bestand aus jüdischen Damen und Madchen, die zugleich animiert und angstlich um sich blickten: einerseits angeregt von der Freude auf den literarischen GenuB, der bevorstand; andererseits gequalt vom Gefühl, es könnten auch hier plötzlich Verfolgungen gegen sie einsetzen. — David Deutsch trippelte aufgeregt hin und her, als ware er selbst es, der sich gleich würde produzieren müssen. Er begrüBte Martin und Kikjou, die in dunklen Anzügen bleich und fromm wie zwei Konfirmanden wirkten. — Neben Marcel saB ein groBer Neger, mit dem er eigentlich nur verkehrte, um Madame Poiret zu schokieren. — Ilse 111 wand sich vor Eifersucht wegen des gut besuchten Parketts. Siegfried Bernheim plauderte leutselig. Professor Samuel — weise und sensuell — umarmte junge Damen und junge Herren, wahrend er mit alten, klugen Augen ihre Mienen studierte, als wollte er sie gleich portratieren. Germaine Rubinstein mied den Kreis ihrer Mutter, von dem eine gewisse Düsterkeit

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