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naher einzugehen, schilderte in möglichst schön gewahlten Worten die Reize und Kuriositaten der Stadt Prag. Er kam auf den Stammtisch zu sprechen, wo mit den Kameraden politische Diskussionen geführt worden waren. Er berichtete auch von den vielen und sonderbaren Arbeiten, mit denen sie sich ein biBchen Geld verdient hatten. „Das ist ja eigentlich nicht erlaubt gewesen," sagte Ernst. „Es war uns auch nie so richtig wohl zu Mute dabei. Denn, schlieBlich — die Regierung bei den Tschechen ist doch ganz anstandig; anstandiger jedenfalls als in den meisten andern Landern. Und auBerdem waren wir nur geduldet. Da hatten wir wohl nichts machen sollen, was gegen die Gesetze ist. — Aber was blieb uns übrig ?"

Ernst gefiel Tilly. Sie mochte sein Gesicht: die gespannte, etwas fleckig angegriffene Haut auf den slawisch breiten Wangenknochen; die hellen und engen Augen; das blonde Haar, preuBisch kurz geschoren am Nacken und an den Schlafen. Sogar von seiner Kleidung war sie gerührt. Die Sachen, die er in Basel geschenkt bekommen hatte, waren keineswegs so neu und hübsch, wie er im ersten Vergnügen hatte meinen wollen. Der graue Anzug war recht dünn und abgeschabt, er glanzte speckig, und die Farbe spielte trüb ins Gelbliche. Auch mit den Schuhen war kaum viel Staat zu machen. Am besten war noch das dicke, rote Wollhemd. Er trug es ohne Krawatte; unter dem breiten geöffneten Kragen baumelte ziemlich melancholisch eine kleine gedrehte Kordel. Das Hemd war schon zu lange im Dienst, man sah es ihm an. Der Verdacht drangte sich auf, daB es unfrisch roch. — Einen Überzieher besaB Ernst nicht. Als sie auf die StraBe traten, bemerkte Tilly: „Aber Sie müssen frieren!" Und sie nahm seinen Arm.

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