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die sagte: „Wir sollten gehen." Er antwortete nicht gleich. Unersattlich lieB er die Blicke über ihr Antlitz wandern. ,Sowas Hübsches habe ich lange nicht gesehen,' dachte er. ,Sowas Schönes sehe ich lange nicht wieder. Merke dir, was du siehst, damit du es nicht gleich wieder vergiBt, dummer Kerl! — Ihre Stirn, alabasterweiB, ernst gerahmt vom schlichten, rötlichen Haar. Wie brav und fromm ihr Haar in der Mitte gescheitelt ist — und dazu der groBe, weiche, schlampige Mund, und die langen, schraggestellten, feuchten Augen. Und dieses schlichte dunkle Kleidchen, das sie heute tragt —: die nackten Arme kommen so reizend unterm dunklen, leichten Tuch hervor, und die Form ihrer Brüste hebt sich so deutlich ab.' — Er merkte, daB sie sich zusammenzog, weil er sie anstarrte. Es war ihm peinlich, er sagte, gleichsam um Entschuldigung bittend: „Ja, es wird wirklich Zeit..." Keiner von beiden wuBte, wofür es Zeit war und wohin sie gehen wollten.

Auf der StraBe war wieder sie es, die zu reden begann. „Es regnet immer noch." Ihre Stimme klang traurig. Er sagte tröstlich: „Aber nur noch ein biBchen. Und es wird wohl bald aufhören." — Tilly, mit einem betrübten Bliek nach oben: „Der Himmel ist dochso schwarz." Dann schwiegen sie wieder und gingen.

Nach einer Pause fragte sie ihn: „Wo wohnen Sie eigentlich ?"

„Bei einem Kameraden," antwortete er, nicht ganz ohne Stolz. „Drüben im Niederdorf — das ist wohl der alteste Teil von der Stadt. Sehr nettes Zimmer; aber ein biBchen eng. Dorthin kann ich keinen Besuch mitbringen. Sie dürfen wohl bei sich auch keinen Besuch haben ?"

„Natürlich nicht," sagte Tilly.

Daraufhin schlug er vor: „Wir könnten ja in ein kleines Hotel gehen."

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