Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

schien, hatte er einen guten Posten. Man schatzte seine gewandte Feder, seinen zugleich soliden und beweglichen Geist; die Artikel, die von ihm stammten, waren beliebt. Besonders wurde Kündingers Ansehen bei den Kollegen dadurch gesteigert, daB auch französische Blatter sich für seine Beitrage interessierten. Nicht nur in Provinz-Blattern, sondern auch in Pariser Zeitungen tauchte ab und zu sein Name auf. So weit hatten es nur wenige exilierte deutsche Journalisten gebracht. Übrigens war Kündinger nun auch politisch tatig und galt als Verfasser oder Mitverfasser zahlreicher Broschüren und Manifeste, die entweder im Ausland oder, illegal, im Reiche wirken sollten. Hier war es vor allem Theo Hummler, mit dem er zusammen arbeitete.

Der wurde immer energischer und immer geübter, was die politisch propagandistische Aktivitat betraf. Ein groBer Teil der aufklarenden, warnenden, zum Widerstand rufenden Texte, die den geheimen, schwierigen, gefahrvollen Weg nach Deutschland fanden, stammte von ihm. Ein geheimnisvoller Nimbus begann, sich um seine Person zu bilden. Niemand wuBte im Grunde genau, was er alles organisierte; wie viel wichtige und unsichtbare Faden in seinen Hande zusammenliefen. Er trat haufig kleine Reisen an, deren Ziele unbekannt blieben. War er nach Prag unterwegs, oder nach Kopenhagen, oder gar nach Berlin ? Richtete er einen Schwarzsender in StraBburg ein, dessen aufrührerische Verlautbarungen von deutschen Proleten, nachts und unter Lebensgefahr, abgehört wurden, oder konspirierte er mit Gesinnungsgenossen in Wien ? . . . Theo Hummler redete nicht viel. Seine Miene wurde immer verschlossener, fast unheilverkündend vor lauter Energie und Geheimnis.

Bei anderen war es deutlicher, was sie taten und

Sluiten