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groBzügig und ohne gar zu viel Wesens davon zu machen, steilte er ihm Haus und Garten, Dienerschaft und Weinkeller, Küche und Bibliothek zur Verfügung. Wenn Samuel sich bedanken und die Grofimut seines Freundes preisen wollte, sprach Bernheim schlicht: „Ich bin stolz darauf, mein Lieber, dafi in meinem Hause Meisterwerke entstehen." — Wirklich gerieten dem Maler auf Mallorca Bilder von ungewöhnlicher Qualitat: Ansichten von Meer und Bergen in starken, hart leuchtenden Farben, und reizende Portraits von Fischerknaben, Stierkampfern oder Bauernfrauen. Eine kleine Gruppe von Künstlem — Schriftstellern oder Malern — begann sich um das Mallorcanische Idyll von Samuel und Bernheim zu bilden. Man verbrachte unschuldsvolle, blaue Tage am Strande und wilde Nachte in Palma. In Bernheims Villa war der Tisch stets für viele gedeckt. Wenn der Bankier in Paris weilte, vertrat ihn Samuel: schalkhaft und würdig, mit Grandezza, milder Klugheit und gepfeffertem Witz.

. . . Die Zeit verging, auch für die Emigranten. Schriftsteller schrieben Bücher — manche davon waren gut, andere lieBen zu wünschen übrig ; Politiker entwarfen ihr Programm und stritten mit den Kollegen darüber; Zeitschriften wurden gegründet und gingen ein; Frauen gaben sich hin, erwarteten ein Kind, lieBen es abtreiben oder bekamen es; Geschaftsleute spekulierten; Arzte und Rechtsanwalte hatten keine Praxis, aber doch ab und zu Klienten; Schauspieler hatten kein Engagement, aber durften sich doch hier oder dort öffentlich zeigen. Das Leben stagniert nicht, geht weiter, bringt Überraschungen, Veranderungen, Sensationen, Schmerzen, kleines Glück, heftigen Kummer, Langeweile, Lust, Müdigkeit, Hunger, Schreck, Enttauschung.

Sogar für die arme Friederike Markus sollten

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