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waren die beiden Knaben in der rue Jacob ganz verzweifelt. Wenn David Deutsch und der hilfsbereite Marcel nicht gewesen waren, hatte man sie langst aus dem Hotel gewiesen.

Martin versuchte zu arbeiten. Der groBe Roman, von dem er sich so viel versprochen hatte, kam nicht zu Stande. Hingegen plante er nun eine kleine Serie von Prosa-Stücken, teils hymnischer teils analytischer Art—: Tagebuchseiten, Bekenntnis, politische Aphorismen, philosophische Lyrik. Als Motto hatte er eine Stelle von André Gide gewahlt:

,,I1 y a dans tout aveu profond plus d'éloquence et d'enseignement qu'on peut croire tout d'abord."

Veröffentlicht hatte er in all der Zeit nichts, auBer eine kritische Studie über den „verruchten Lieblingsdichter", den deutschen Lyriker, Arzt und Denker, der, in einer Mischung aus irrationaler Berauschtheit, Hysterie und Opportunismus, ein Mitlaufer des NaziRegimes geworden war. Martins Artikel, dem die intime Kenntnis des Gegenstandes, LiebeshaB, Gram und Enttauschung eine gewisse intellektuelle Beschwingtheit, einen zornig-zartlichen Impetus verliehen, war in einer der neu gegründeten literarischen Monatshefte erschienen und hatte in Kennerkreisen Aufsehen gemacht. Nun erst recht sagte man allgemein, wenn man von Martin sprach: ,,Es ist schade um den Jungen."

Im Februar 1936 waren die Beiden gerade in einem besonderes deplorablen Zustand. Sie beschlossen, für einige Wochen nach Südfrankreich zu fahren; Kikjou hatte eine gröBere Überweisung aus Lausanne erhalten. Pépé lieferte ihnen den Heroin-Vorrat, mit dem sie auskommen wollten. Denn ein Zweck der Reise war, mit den Dosen „herunter zu gehen".

Der kleine Ort Villefranche liegt in der Nahe von Nice. Sie wohnten in einem Hotel am Hafen. Ihr

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