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aneinander geschmiegt, schluchzten sie lange. Wie wir leiden! Armer Kikjou! Armster Martin! Wie wir leiden müssen! — Abends setzte sich Martin in den Zug nach Marseille. Am nachsten Vormittag kam er mit neuem Vorrat zurück.

Sie labten sich Beide; Kikjou zog das Zeug durch die Nase hoch — er hatte eine nervöse Angst vor dem Einstich der Spritze —, wahrend Martin sich die Injektion „intravenös" — nicht „subkutan" — in den Arm applizierte. Dazu bedurfte man eines gewissen Talentes und langer Übung. Der Arm wurde abgebunden, wie zu einer Operation. Das Instrument, dessen Nadel in der Ader steckte, füllte sich mit schaumend-trüber, roter Flüssigkeit: es war Blut, Martins Blut — Kikjou beobachtete den Vorgang mit Ekel und Interesse. Die Wirkung war, dank der intravenösen Injektion, wesentlich starker und schockhafter. Martin, übermüdet von der nachtlichen Reise, betaubt von der Droge, verfiel in sehr schweren Schlaf. Auch Kikjou, der mehr als gewöhnlich durch die Nase hochgezogen hatte, schlief ein. Als er Stunden spater erwachte, fand er den Freund neben sich, weifi im Gesicht und ganz leblos. Er hielt ihn für tot und schrie leise auf. Kurz entschlossen schrieb er einen Zettel — ,,Ohne dich kann ich nicht leben! Niemals!" —, und schluckte neun VeronalTabletten, um möglichst schnell seinerseits zu sterben. Pathetische MiBverstandnisse, wie im letzten Akt von Romeo und Julia — dem armen Kikjou hatten sie leicht das Leben kosten können. Er wurde gerettet; ein Arzt kam herbei, es war vier Uhr morgens, der Doktor schimpfte, aber er pumpte Kikjou den Magen aus.

Nun hatte Kikjou genug. Er hatte dem Tod ins Auge geblickt, um Martins willen, seine Geduld war am Ende, er rief aus: „Alles was wir tun, ist Greul und Schande. Ich verlasse dich, Martin. Morgen beginne

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