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Bühnen interessierte sie nicht; es hatte zu wenig Zusammenhang mit den Dingen, die ihr Herz und ihren Geist beschaftigten. Ihr Ehrgeiz war in anderer Richtung fixiert. Sie wollte politisch wirken. Sie glaubte eine Sendung zu haben, und mit stolzem Glück spürte sie: Ich bin ihr gewachsen.

Am meisten war ihr an den eigenen Abenden gelegen, deren Programm sie allein bestimmte. Mit einem Kabarett oder einem Revuetheater schloB sie nur dann ab, wenn man ihr die Auswahl der Gedichte, die sie bringen wollte, ohne Vorbehalt überlieB. Viele der Direktoren machten anfangs Einwande. Bald aber steilte sich heraus, daB sie „zog"; daB um ihretwillen die Leute kamen und das Haus immer voll war, wenn Marion von Kammer angekündigt wurde. Man raumte ihr also die Freiheiten ein, auf denen sie bestand.

Sie gab Abende in Zürich, Basel, Bern, St. Gallen, Luzern, Olten und anderen Orten der Schweiz. Ihre starksten Erfolge hatte sie in der Tschechoslowakei. In Prag, Brünn und PreBburg, Karlsbad und Marienbad wurde sie vom Publikum und von der Presse gefeiert. „Die antifascistische Jungfrau von Orléans am Vortragspult!" schrieb ein Prager Literat über sie. Zunachst meinte er es wohl ironisch; aber Marions Bewunderer griffen die Wendung auf, und schlieBlich benutzte sie sogar ihr Manager in seinen Annoncen. — lm Sommer 1935 arbeitete sie in den Böhmischen Badeorten; dann wieder in der Schweiz, in Davos, Arosa, St. Moritz. Zum SchluB der Sommersaison steilte sie sich noch dem internationalen Publikum der Salzburger Festspiele vor. Für die Herbst-Monate hatte der Agent ihr eine groBe Tournée in Holland eingerichtet. Daran schlossen sich Engagements in Belgien und Luxembourg; dann wieder in der Schweiz und der Tschechoslowakei. Es war ein anstrengender Winter. In Wien durfte sie nicht

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